Rund um den Kachelofen - Der Kachelherd
Der Kachelherd, im Alpenraum auch als "Sesselherd" bezeichnet, ist eine Variante des Kachelofens und wie dieser aus der Überbauung des offenen Herdfeuers entstanden. Über Jahrhunderte hinweg war er in Mitteleuropa das Herz einer jeden Wohnküche. Die angenehme Strahlungswärme, die von einem Kachelofen ausgeht ist bekannt: Die Kacheln, die aus speziellen Tonmassen mit hohem Schamotteanteil bei über 1100 Grad Celsius gebrannt werden, verfügen über ein exzellentes Wärmespeichervermögen. (Foto: Ziegler)
Je massiger und schwerer die Kacheln, umso länger strahlen sie ihre Wärme gleichmäßig an den Raum ab. Hinzu kommt die besondere Wärmespeicherfähigkeit des Ofens selbst: In der Funktionsweise entspricht der Kachelherd einem Grundofen und ist wie dieser mit einem aus Schamottesteinen gemauerten Feuerraum ausgestattet. Beim Kachelherd befindet sich der Feuerraum unmittelbar unter der Herdplatte. Feuerraum und Heizgaszüge aus Schamotte ("Keramikzüge") bilden eine Einheit, die ebenfalls Wärme speichert und an den Raum abgibt.
Geschürt wird überwiegend mit Holz. Durch spezielle Düsenanordnungen ermöglicht die moderne Brenntechnik heute, dass Holz fast rückstandsfrei verbrennt, so dass weniger Schadstoffe emittiert werden und weniger Asche zurückbleibt. Auf diese Weise wird nicht nur der Wirkungsgrad der Anlage erhöht, sondern auch der Brennstoff bestmöglich genutzt. Die gewünschte Temperatur der Backröhre, die über ein eingebautes Thermometer abgelesen werden kann, wird durch mehrmaliges Nachlegen von Brennmaterial erreicht. Vom Feuerraum werden die heißen Rauchgase wahlweise über die keramischen Züge über die Koch-, Brat- und Backeinheit geführt oder in einen angeschlossenen Kachelofen, der einen anderen Raum beheizen kann. Das Wasserschiff - ein in den Herd integrierter Behälter mit Deckel, in der Regel aus Kupfer - stellt außerdem jederzeit heißes Wasser bereit.
Darüber hinaus hat man auch die Möglichkeit, einen Brauchwasserboiler einzubauen. Oder: Ein Warmwasser-Wärmetauscher kombiniert mit einer Umwälzpumpe versorgt die Zentralheizung mit aufgeheiztem Warmwasser, das dann in den Heizkörpern zirkuliert. Solche Systeme können auch als Zweitkessel in den Kreislauf einer bestehenden Zentralheizung einbezogen werden.
Die technischen Bedingungen für den Bau eines Kachelherdes müssen mit dem zuständigen Schornsteinfegermeister geklärt werden. Der Schornstein muss auf die Heizleistung der Feuerstätte abgestimmt sein. Von Anfang an eingeplant bietet sich ein zweizügiger Schornstein als die wohl preiswerteste Lösung an. Der andere Zug kann für die Öl- beziehungsweise Gasheizung genutzt werden. Der Schornsteindruck sollte 10-12 Pa betragen. Die Anforderungen hinsichtlich des Brandschutzes sind den Landesbauordnungen der jeweiligen Bundesländer zu entnehmen.
Quelle: http://www.kamine-kacheloefen.de